Bindung Mutter und Kind, Mutter-Kind Bindung
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Bindung von Mutter und Kind

"Woher stamme ich? Ich stamme aus meiner Kindheit wie aus einem Land... "

                                                  Antoine de Saint-Exupery



Antoine de Saint-Exupery hat es auf den Punkt gebracht! So wie ein Land die Menschen prägt, so prägt uns die Kindheit bis an unser Lebensende.

Und was gibt es besseres als sein Kind durch liebevolle Zuwendung stark fürs Leben zu machen?

Mittlerweile hat sogar die moderne Psychologie und Pädagogik entdeckt, dass die frühe Kindheit die prägendste - und somit wichtigste - Zeit für den Menschen ist.

 

Eine gelungene, vertrauensvolle Bindung zwischen Mutter (Vater) und Kind bildet da das Fundament!

...Bindung von Mutter und Kind

Bindung von Mutter und Kind:

Aus dem Buch "Babyjahre" von Remo H. Largo, möchte ich hier den Aspekt des Beziehungsverhaltens von Neugeborenen und Säuglingen nachzeichnen.

Damit sich ein neugeborener Mensch „wohlfühlt“ benötigt er die zuverlässige Befriedigung seiner vitalen, körperlichen Bedürfnisse. Dazu zählen, die regelmässige Nahrungszufuhr, Schutz vor Kälte und die Körperpflege. Ausgesprochen stark jedoch ist das Bedürfnis nach Nähe zu seiner Mutter bzw. der nächsten Bezugsperson ausgeprägt.

Neugeborene brauchen Körperkontakt und Berührungsreize um sich wohl und geborgen fühlen zu können.

 

„Sie wollen gehalten, herumgetragen und gestreichelt werden. Sie wollen bei den Eltern sein.“ (Babyjahre von Remo H. Largo, S. 54)

 

Das offensichtlichste Beziehungsverhalten von Neugeborenen und Säuglingen ist das Schreien. Äusserst wirkungsvoll treten sie damit mit ihrer Umwelt in Kontakt und tun Ihre Bedürfnisse kund.

Das Schreien ist überlebensnotwendig und wirkt nicht nur auf die Bezugspersonen mit einer Hinwendung zum Kind, sondern auch fremde Erwachsene werden dadurch auf das Kind aufmerksam.

Jedoch ist das Schreien nicht die einzige Möglichkeit sich der Umwelt mitzuteilen. Bereits in den ersten Lebensstunden zeigt sich eine Beziehungsfähigkeit und Interesse an der Umwelt.

 

Nach der Geburt findet das erste Kennenlernen statt. In dieser für Eltern und Kind einzigartigen Zeit verspüren die meisten Eltern den Drang das Neugeborene mit allen Sinnen zu erfassen und kennenzulernen. Es wird betrachtet, befühlt und seine Körperwärme gespürt. Auch der Geruch wird wahrgenommen. Auch von Seiten des Neugeborenen besteht meist eine große Aufmerksamkeit und Offenheit gegenüber der neuen Situation und den neuen Reizen. Oft signalisieren Neugeborene durch weitgeöffnete Augen und Bewegungen und Haltungen ihr Interesse an den Bezugspersonen.

 

Wichtig ist für mich die Feststellung, daß das Bindungsverhalten nicht, wie oft durch vergleichende Studien aus dem Tierreich abgeleitet, ein zeitlich begrenzter Vorgang ist.

„Beim Menschen haben die ersten Stunden nach der Geburt zweifelsohne eine besondere Bedeutung für Eltern und Kind. Der Bindungsvorgang ist beim Menschen kein zeitgebundenes Reflexgeschehen. (...) Dies ist ein Glück für alle Eltern und Kinder, denen ein erstes Kennenlernen aus äußeren Gründen verwehrt ist.“ ("Babyjahre" von Remo H. Largo, S. 56)

 

Der Bindungsprozess entwickelt sich stetig. Anfängliche Störungen z.B. infolge von Kaiserschnitt oder Frühgeburt müssen nicht unbedingt eine bleibende Beeinträchtigung der Eltern – Kindbeziehung nach sich ziehen. Diese Störungen können zum Beispiel durch die Anwendung der Babymassage kompensiert werden.

Die Babymassage bieten Eltern und Kind die Möglichkeit, aktiv den Bindungsprozess zu unterstützen, weiter aufzubauen und zu vertiefen. Sie greift die Möglichkeiten der Beziehungsaufnahme , die bei Neugeborenen und Säuglingen sowie den Eltern von Natur aus angelegt sind, auf.

 

Schon Neugeborene zeigen ein starkes Interesse am menschlichen Gesicht. Die Nachahmung bestimmter mimischer Ausdrücke ist möglich und es zeigt sich ein oft überraschend differenzierter Gesichtsausdruck. Gefühle, wie Unbehagen, Ekel, Interesse und Erschrecken sind angeborene Ausdrucksformen. Durch Körperhaltung, Arm-und Beinbewegung können Interesse oder Ermüdung gezeigt werden. Durch Blickverhalten und Laute des Wohlbefindens und des Unwohlseins werden Bedürfnisse kundgetan. Das Abwenden des Blickes aber auch Laute des Wohl- und Unwohlseins und das Weinen können Ermüdung oder ein anstehendes Bedürfnis anzeigen.

 

Auch der Geruchsinn ist stark entwickelt, so dass die Mutter oder die nächste Bezugsperson bereits einige Zeit nach der Geburt am Geruch erkannt werden kann.

Die Mutter reagiert meist intuitiv richtig auf das kindliche Verhalten und steigert das Interesse des Kindes indem sie ihm seine Emotionen spigelt und ihm so ihreZuneigung zeigt. Intuitiv gehen die Mütter auf die Eigenheiten ihrer Kinder ein, berücksichtigen automatisch, ob hier Kind ein „Augenkind“ oder z.B. eher ein Kind ist, daß stärker auf die Stimme der Mutter reagiert. Meist wird mit dem Kind in einer hohen Tonlage, der Ammensprache gesprochen.

 

Auf hormoneller Ebene wird seitens der Mutter, eingeschränkt aber auch seitens des Vaters, der Bindungsvorgang unterstützt.

Durch das weibliche Hormon Oxytocin, das während einer Spontangeburt reichlich ausgeschüttet wird, erfährt die Mutter in Ihrer Offenheit und Glücksempfinden gegenüber dem Neugeborenen Unterstützung.

Je mehr Zeit mit dem Kind verbracht wird und vor allem wenn das Kind gestillt wird, werden mütterliche, b.z.w. väterliche Hormone ausgeschüttet, die dem Kind zugewandtes Verhalten fördern.

 

Bei der Babymassage kommen die Bausteine des Bindungsprozesses zum Zuge.

Durch die Kursleiterin wird angeregt während der Massage aktiv durch Blickkontakt und den Eisatz der Sprache mit dem Kind zu kommunizieren und auf die Signale zu achten und zu reagieren. Durch die Wahl des geruchsarmen Massageöls kann der Geruch der Mutter wahrgenommen werden. Die Massage ist eine Zeit im Tagesablauf in der sich ausschließlich auf das Kind konzentriert wird.

Wenn also das erste Kennenlernen in der Zeit nach der Geburt gestört ist und Verunsicherungen bestehen ist die Babymassage eine optimale Möglichkeit eine gute Bindung, die von Vertrauen und Zugehörigkeitsgefühl geprägt ist, aufzubauen.

„Das Kennenlernen nach der Geburt ist nur eine, wenn auch wichtige Erfahrung“

("Babyjahre" von Remo H. Largo S. 57 ).

 

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